Im Garten der Residenz von Botschafterin Heike Thiele wurde erstmals die „PAPERBOMB“ der Künstlerin Nessi Nezilla präsentiert – ein Kunstwerk, das Fragilität und Dauerhaftigkeit verbindet.

Auf Einladung von Botschafterin Heike Thiele, Leiterin der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland beim Europarat in Straßburg/Frankreich, fanden am 15. Oktober 2025 ein Empfang zum deutschen Nationalfeiertag statt. Zahlreiche Gäste aus Diplomatie sowie  Vertreterinnen und Vertreter europäischer Institutionen nahmen daran teil.

Ein zentrales Element der diesjährigen Veranstaltung war die Präsentation der rund zwei Meter hohen „PAPERBOMB“ der Künstlerin Nessi Nezilla, die eigens zu diesem Anlass im Garten der Residenz der Botschafterin ausgestellt wurde.

Die aus Metall geschaffene Skulptur ist wie eine aus Papier gefaltete Bombe geformt und wirkt damit zugleich fragil und dauerhaft. Dieses Spannungsfeld macht die PAPERBOMB zu einem eindrucksvollen Symbol für die Zerbrechlichkeit von Frieden und für unsere gemeinsame Verantwortung, ihn zu bewahren.

Initiiert wurde die Installation durch den Salon Diplomatique Mannheim sowie den französischen Honorarkonsul in Mannheim, Folker R. Zöller. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass dieses künstlerische Zeichen in einem diplomatischen Kontext sichtbar wurde. In seiner Dankesrede würdigte Oberbürgermeister Christian Specht ausdrücklich diese Initiative:

„Herzlichen Dank an den Salon Diplomatique Mannheim und den französischen Honorarkonsul Folker Zöller, deren Einsatz diese Skulpturen möglich gemacht hat.“

Die PAPERBOMB in der Botschafterresidenz steht dabei im Zusammenhang mit einer ganzen Reihe solcher Arbeiten, die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland an Orten installiert wurden, an denen im Ersten oder Zweiten Weltkrieg Gräueltaten verübt wurden. Dazu zählen unter anderem Tulle, Oradour-sur-Glane und das Schlachtfeld am Hartmannswillerkopf in den Vogesen. Ein weiteres Exemplar befindet sich im Zeughausgarten C 5 in Mannheim. So entsteht ein netzwerkartiges Erinnerungsmal, das über Ländergrenzen hinweg zur Auseinandersetzung mit Gewaltgeschichte und Friedensverantwortung anregt. Die in Straßburg, ausgestelltes Skulptur wird 2026 ihren finalen Standort in Italien, in Marzabotto, finden

Neben Frau Botschafterin Thiele sowie dem Generalsekretär des Europarats und früheren Schweizer Bundespräsidenten Alain Berset sprach auch Oberbürgermeister Christian Specht. In seiner Ansprache ging er über die Würdigung der Kunstinstallation hinaus und richtete den Blick auf die vielfältigen aktuellen Herausforderungen, denen sich europäische Kommunen gegenübersehen – von sozialen Aufgaben über internationale Zusammenarbeit bis zu Fragen der demokratischen Teilhabe. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung kommunaler und kultureller Partnerschaften in Europa, die im Kleinen dazu beitragen, Verständigung, Respekt und Frieden langfristig zu sichern.

Die Feierlichkeiten in Straßburg machten deutlich, wie Kunst, Diplomatie und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden werden können. Die PAPERBOMB vermittelte dabei mehr als nur ein ästhetisches Statement: Sie war ein Mahnruf, der Erinnerung sichtbar macht und den Auftrag formuliert, Frieden als aktive Aufgabe zu verstehen – heute, in Europa und darüber hinaus.