Eine Botschafterin für die Energiewende:
Magdalena Atria aus Chile zu Gast in Mannheim

Am 6. Februar 2025 war die chilenische Botschafterin Magdalena Atria zu Gast beim Salon Diplomatique in Mannheim. Der Anlass war nicht nur ein Vortrag über die Rohstoffpartnerschaft zwischen Chile und Deutschland, sondern auch die Eintragung in das Goldene Buch der Stadt – ein Zeichen der Wertschätzung und der interkulturellen Zusammenarbeit.

Magdalena Atria ist seit 2022 Botschafterin Chiles in Berlin. Ihre beeindruckende Karriere als Juristin begann an der Universidad de Chile. Sie war unter anderem in der Rettig-Kommission tätig und leitete die Rechtsabteilung der nationalen Foreign Investment Promotion Agency „InvestChile“. Ihre umfassende Erfahrung und ihre mehrsprachigen Fähigkeiten (Spanisch, Englisch, Deutsch und Französisch) ermöglichen es ihr, Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen und die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Chile weiter zu stärken.

In einer inspirierenden Atmosphäre begrüßten der Salon-Präsident Helmut Augustin und Oberbürgermeister Christian Specht die Botschafterin. Sie würdigten die tiefen Wurzeln der deutsch-chilenischen Beziehungen, die nicht nur durch politische und wirtschaftliche Kooperationen, sondern auch durch persönliche Geschichten geprägt sind.

Besonders hervorzuheben ist die Rolle von Isabel Cademartori, der sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten mit chilenischen Wurzeln, die maßgeblich dazu beitrug, dass Magdalena Atria nach Mannheim kam. Cademartori selbst ist die Tochter eines Chilenen und verbindet so auf besondere Weise die Kulturen.

In ihrem Vortrag stellte Magdalena Atria die vielfältigen Möglichkeiten Chiles als Vorreiter der globalen Energiewende vor. Die geografischen Gegebenheiten ihres Landes, insbesondere die extrem hohen Solarstrahlungswerte in der Atacama-Wüste und die hervorragenden Windverhältnisse im Süden, bieten ein enormes Potenzial für erneuerbare Energien. „Chile benötigt nur knapp 30 Prozent der produzierten Energie für das eigene Land“, erklärte die Botschafterin. „Das bedeutet, dass wir über 1900 Gigawatt an Wind- und Solarenergie erzeugen könnten – das 75-Fache unserer derzeitigen Stromerzeugungskapazität.“

Atria betonte, dass Chile keine bestimmte Energiequelle bevorzuge und den Unternehmen und Investoren die Marktentwicklung überlasse. Diese Offenheit ist Teil einer konsistenten Energiepolitik, die seit fast 20 Jahren verfolgt wird. Ein Wendepunkt war 2007, als Argentinien die Gaslieferungen einstellte und Chile gezwungen war, teure und nicht nachhaltige Lösungen zu finden. Seit 2008 hat sich Chile durch zahlreiche Initiativen und Gesetze zu einem Vorreiter in der Erneuerbaren-Energien-Industrie entwickelt. Im Jahr 2024 stammten bereits 70 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen.

Vanessa Séverin, Chiles Investitionsattachée, informierte ergänzend  über 14 laufende Pilotprojekte zur Nachhaltigkeit, die bereits in Chile umgesetzt werden. „Wir können 90 Prozent unserer durch Solar- und Windkraft gewonnenen Energie exportieren“, sagte sie. Mit sehr günstigen Transportkosten sei Chile gut aufgestellt, um eine faire Energiewende anzustreben, die auf gemeinsamen Interessen basiert und allen Beteiligten einen erkennbaren Mehrwert bietet.

Magdalena Atria hat eindrucksvoll gezeigt, wie eine faire und nachhaltige Energiezukunft für alle Beteiligten möglich ist und das Engagement Chilis in der globalen Energiewende eindrucksvoll aufgezeigt.