Sommerfest des Salon Diplomatique 2025:

Polen im Zentrum europäischer Verantwortung

Westhofen, 20.7.2025. Unter strahlend blauem Himmel und bei bestem Sommerwetter versammelten sich rund 120 geladene Gäste aus Diplomatie, Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft zum feierlichen Sommerfest des Salon Diplomatique Mannheim auf dem idyllischen Gut Leben am Morstein in Westhofen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens: Polen als europäischer Impulsgeber und wichtiger strategischer Partner Deutschlands.

Bereits zum Empfang um 11:00 Uhr begrüßten Helmut Augustin, Präsident des Salon Diplomatique, und Folker Zöller, Honorarkonsul Frankreichs und Vorstandsmitglied des Salons, die Gäste persönlich im Innenhof des Weinguts.

In seiner Begrüssung hieß Augustin nicht nur die zahlreichen Gäste willkommen, sondern würdigte auch das besondere Engagement Polens im europäischen Kontext und betonte die Verantwortung, die zivilgesellschaftlich getragene Diplomatie in einer Zeit wachsender globaler Herausforderungen leisten kann.

Im Anschluss erinnerte Zöller eindrucksvoll an das Vermächtnis von Lech Wałęsa und betonte die aktuelle Bedeutung des Weimarer Dreiecks. Er schlug dabei eine bemerkenswerte Erweiterung vor: Ein „Mannheimer Dreieck“ – getragen von Kommunen, Institutionen und Bürgergesellschaften aus Deutschland, Frankreich und Polen – solle künftig die trilaterale Zusammenarbeit auch auf regionaler Ebene stärken.

In einer Zeit, in der globale Verwerfungen, Misstrauen und nationale Rückzüge wieder an Raum gewinnen, seien solche Partnerschaften von wachsender Bedeutung. Und sie dürften sich nicht auf Regierungskreise beschränken – sie müssten in Städten, in Institutionen, in der Zivilgesellschaft gelebt werden.

Zu den Vorträgen ging es dann hinab in das „schwarze“ Gewölbe. In seiner Einführung in das Thema des Tages stellte Augustin die Rolle des Salon Diplomatique Mannheim als Plattform für Begegnung, Dialog und strategischen Austausch heraus – getragen von der festen Überzeugung, dass Europa in Städten, Regionen und im persönlichen Kontakt gelebt wird. „Gerade in Zeiten, in denen Misstrauen und nationale Abschottung zunehmen, braucht es Räume, in denen Vertrauen wachsen kann“, so Augustin. Der Salon verstehe sich hier nicht als Forum der Worte, sondern als Ort des konkreten Austauschs und gemeinsamer Verantwortung.

Ehrengast: der stellvertretende Botschafter Polens, Pawel Gronow

Ehrengast des Tages war Pawel Gronow, Gesandter und stellvertretender Botschafter der Republik Polen in Berlin. In seinem pointierten Impulsvortrag skizzierte der Germanist und Jurist, der unter anderem in Lublin, Warschau und Heidelberg studierte, in geschliffenem Deutsch, die sicherheitspolitische Lage Europas – mit einem klaren Appell: „Europa muss mehr Verantwortung übernehmen.“ Die Unterstützung der Ukraine, so Gronow, müsse Ausdruck eines Friedens durch Stärke sein – getragen von Einheit und Entschlossenheit der EU-Mitglieder, insbesondere Deutschlands, Frankreichs und Polens.

Der Redebeitrag des Gesandten stieß bei den Gästen auf große Resonanz – nicht zuletzt, weil Gronow in Mannheim und der Metropolregion keine Fremder ist: Er kennt die Region aus Studienzeiten in Heidelberg, was seiner Rede persönliche Tiefe und eine verbindende Note verlieh.

Oberbürgermeister Christian Specht bekräftigt Idee des „Mannheimer Dreiecks“

Als besonderer Gast des Salons wurde Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht begrüßt, der am Tag der Veranstaltung auch persönlich Anlass zum Feiern hatte – sein Geburtstag fiel auf das Datum des Sommerempfangs. In seinem Grußwort ging Specht auf die über drei Jahrzehnte bestehende Städtepartnerschaft mit Bydgoszcz ein, deren 35-jähriges Bestehen 2026 gefeiert wird. Die Partnerschaft sei ein Paradebeispiel lebendiger europäischer Zusammenarbeit.

Mit Nachdruck griff Specht die zuvor von Folker Zöller vorgestellte Vision eines „Mannheimer Dreiecks“ auf. In einer Zeit geopolitischer Unsicherheit brauche Europa starke Brücken zwischen Regionen, Städten und Menschen. Mannheim, so Specht, könne mit seiner Verankerung in der Metropolregion Rhein-Neckar, seiner starken polnischen Community von rund 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit polnischen Wurzeln, sowie seinen wirtschaftlichen und kulturellen Netzwerken eine solche Rolle übernehmen.

Ein neuer Anlauf für mehr polnische Präsenz in Mannheim und der Metropolregion Rhein Neckar

In diesem Kontext erneuerte Specht auch einen Wunsch, der bereits vor einigen Jahren auf dem Tisch lag: die Etablierung eines polnischen Honorarkonsulats in Mannheim. Der ursprüngliche Anlauf war damals durch einen tragischen Todesfall kurz vor der Umsetzung gescheitert – heute jedoch, so Specht, sei der Zeitpunkt gekommen, diesen Gedanken neu zu beleben. Die Voraussetzungen seien hervorragend: Mit der IHK Rhein-Neckar und deren Exzellenz Center Polen, der engen Verbindung zu Bydgoszcz und einer aktiven Zivilgesellschaft bringe Mannheim alles mit, was eine konsularische Präsenz erfordere – „nicht als symbolische Geste, sondern als konkrete europäische Verantwortung“, so der Oberbürgermeister.

Ein Tag europäischer Verbundenheit – und persönlicher Begegnung

Die offiziellen Teil endeten gegen 13:30 Uhr, doch der Tag war damit keineswegs vorbei. Beim anschließenden festlichen Mittagessen im Garten des Weinguts wurden die Gespräche fortgesetzt. Bei exzellentem Essen, Wein und lebendigem Austausch blieb man vielerorts bis in den späten Nachmittag. Gegen 17:30 Uhr endete ein Tag, der nicht nur von schönem Wetter, sondern auch von inhaltlicher Tiefe, europäischer Vision und herzlicher Gastfreundschaft geprägt war.

Helmut Augustin schloss den Tag mit einem Dank an alle Mitwirkenden und Gäste: „Lassen Sie uns den europäischen Gedanken weitertragen – nicht nur in den Institutionen, sondern in den Herzen unserer Städte. Und lassen Sie uns dabei auch neue Wege wagen, wie das Mannheimer Dreieck einer sein könnte.“